ADHS-Diagnostik: Die ADHS-Testung für Erwachsene in Aachen, Stolberg oder online
Sie fragen sich, ob hinter Ihrer ständigen Unruhe, den fehlenden Antworten auf immer wiederkehrende Probleme im Alltag oder der Schwierigkeit, Aufgaben zu Ende zu bringen, mehr steckt als bloßer Stress? Eine fundierte ADHS-Diagnostik kann Klarheit schaffen. In unserer Praxis in Aachen und Stolberg – und auch online – begleiten wir Erwachsene einfühlsam und sachkundig durch den gesamten Prozess der ADHS-Diagnostik – von den ersten Fragen bis zum ausführlichen Abschlussgespräch.
ADHS Diagnostik – was steckt dahinter?
ADHS, die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, gehört zu den häufigsten neurologischen Entwicklungsstörungen. Die ADHS-Diagnostik erfolgt nicht durch einen einzelnen Test, sondern ist ein komplexer, multimodaler Prozess, der verschiedene Testverfahren und Methoden zusammenführt.
Ziel ist es, ein möglichst vollständiges Bild der Entwicklung Ihrer Symptome, von Ihrer Kindheit an bis zu Ihrem aktuellen Alltag zu gewinnen, um eine verlässliche Diagnose zu stellen – oder eine bestehende Verdachtsdiagnose zu revidieren.
ADHS bei Erwachsenen: Wenn die Diagnose erst spät gestellt wird
Lange Zeit galt ADHS als reine Kinderdiagnose. Heute wissen wir: 30 bis 50 Prozent der Kinder mit ADHS zeigen auch im Erwachsenenalter noch deutliche Symptome. Viele Betroffene erhalten ihre ADHS Diagnose deshalb erst als Erwachsene, oft nach Jahren des Gefühls, im Alltag ständig gegen Chaos und Überforderung anzukämpfen. Ein ADHS-Test für Erwachsene kann hier Klarheit bringen und den Weg zu passender Unterstützung ebnen.
ADHS Symptome im Überblick
- Konzentrationsstörungen, Impulsivität und motorische Unruhe als Hauptsymptome.
- Innere Unruhe, Ungeduld, emotionale Erregbarkeit und Zerstreutheitstatt sichtbarer Hyperaktivität bei Erwachsenen.
- Schwierigkeiten bei der Arbeitsorganisation und ein ständiges Gefühl des Getriebenseins.
- Unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome von Person zu Person.
- Deutlicher Leidensdruck im Beruf, in Beziehungen und im Alltag.
ADHS bringt jedoch nicht nur Herausforderungen mit sich
Studien deuten darauf hin, dass bestimmte neurodivergente Denkweisen mit besonderen Stärken einhergehen können: Menschen mit mehr ADHS-typischen Merkmalen zeigen in Untersuchungen häufig ein ausgeprägteres divergentes Denken – sie finden also leichter ungewöhnliche, kreative Lösungswege abseits eingefahrener Muster. Das kommt etwa Musiker:innen und Künstler:innen zugute, bei denen ADHS-typische Merkmale überdurchschnittlich häufig beobachtet werden.
Wir freuen uns, von Ihnen zu hören
Inhaltsverzeichnis
- 1. ADHS im Erwachsenenalter erkennen
- 2. Mögliche Ursachen und Abgrenzung zu anderen Erkrankungen
- 3. Erwachsene mit ADHS: Wie äußert sich die Störung im Alltag?
- 4. Ablauf der ADHS-Diagnostik in unserer Praxis
- 5. Diagnostische Kriterien nach ICD und DSM
- 6. Testung vs. Gutachten – ein wichtiger Unterschied
- 7. ADHS-Testung für Kinder – kurz erwähnt
- 8. Hochbegabung, Autismus und ADHS – Überschneidungen im Blick behalten
- 9. Kosten der ADHS-Diagnostik
- 10. Wer diagnostiziert ADHS?
ADHS im Erwachsenenalter erkennen
Damit die Diagnose ADHS im Erwachsenenalter gestellt werden kann, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. In Deutschland gilt aktuell noch die ICD-10 (International Classification of Diseases) als maßgebliches Klassifikationssystem, das von den Krankenkassen für Diagnosen und Abrechnungen gefordert wird. Die überarbeitete ICD-11 ist zwar bereits international in Kraft, wird in Deutschland aber voraussichtlich erst ab 2027 verbindlich eingeführt (ADHS & Autismus Beratungsnetzwerk Wetterau e.V., 2026).
Die folgenden Kriterien orientieren sich an der ICD-11, da sie die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu ADHS im Erwachsenenalter am differenziertesten abbildet – künftig wird sie auch hierzulande zum Standard.
- Mindestens sechs Monate anhaltende Symptome für eine gesicherte Diagnose.
- Auftreten in mehreren Lebensbereichen wie Beruf, Partnerschaft und Alltag.
- Erste Anzeichen vor dem 12. Lebensjahr müssen in der Kindheit nachweisbar sein.
- Fünf Symptome reichen bei Erwachsenen im Vergleich zu strengeren Kriterien bei Kindern.
- Deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität muss als Kriterium vorliegen.
- Diagnostische Kriterien nach ICD und DSM
Für die ADHS-Diagnose orientieren wir uns an den international anerkannten diagnostischen Kriterien der ICD und des DSM. Diese Klassifikationssysteme legen fest, welche Symptome in welcher Anzahl und Ausprägung vorliegen müssen, damit eine ADHS-Diagnostik gestellt werden darf. Der Ausschluss anderer Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen können, ist dabei ein fester Bestandteil jeder sorgfältigen Diagnostik. Nur so lässt sich vermeiden, dass Beschwerden vorschnell einer ADHS-Störung zugeschrieben werden, obwohl andere Ursachen zugrunde liegen.
Mögliche Ursachen und Abgrenzung zu anderen Erkrankungen
ADHS wird heute als Störung mit neurologischer Grundlage verstanden. Erkenntnisse aus der Neurologie bzw. Neurobiologie zeigen, dass bei Betroffenen bestimmte Botenstoffsysteme im Gehirn anders arbeiten als bei Menschen ohne ADHS – dieses Wissen fließt zunehmend in die moderne Diagnostik und Behandlung ein. Vor allem eine genaue Anamnese ist entscheidend, denn viele andere Erkrankungen gehen mit ähnlichen Symptomen einher, etwa Schilddrüsenerkrankungen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen oder Schlafstörungen. Deshalb gehört der sorgfältige Ausschluss solcher Krankheiten zu jeder gründlichen Diagnostik.
Erwachsene mit ADHS: Wie äußert sich die Störung im Alltag?
Erwachsene mit ADHS berichten häufig von ähnlichen Themen: unerledigte Aufgaben, ein voller Kopf mit springenden Gedanken, verpasste Termine und das Gefühl, dem eigenen Anspruch nicht gerecht zu werden. Auch scheinbar kleine Dinge wie eine liegen gebliebene Aufgabe oder ein vergessener Termin können erste Hinweise liefern, wenn sie sich über Jahre wiederholen. Verhaltensweisen wie Aufschieben, impulsive Entscheidungen oder Schwierigkeiten, sich über längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren, gehören für viele Betroffene zum Alltag. Genau diese Muster sind es, die im diagnostischen Interview genauer betrachtet werden.
Ablauf der ADHS-Diagnostik in unserer Praxis
Die ADHS-Diagnostik nimmt mehrere Sitzungen in Anspruch, da sie sehr umfangreich ist. ADHS bei Erwachsenen lässt sich selten in einem einzigen Termin zuverlässig einordnen.
Am Beginn steht ein ausführliches Anamnesegespräch, in dem wir gemeinsam Ihre aktuelle Lebenssituation, frühere Erfahrungen und Ihre Kindheit betrachten. Ergänzend kommen ein standardisiertes klinisches Interview, standardisierte Fragebögen sowie ein kognitiver Leistungstest hinzu.
Bei Erwachsenen wird häufig das strukturierte diagnostische Interview HASE (Rösler et al., 2008) verwendet, das speziell für die ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter entwickelt wurde. Auch eine Fremdanamnese – also Informationen von nahestehenden Personen – ist sinnvoll, um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten. Da die ADHS-Diagnose Informationen aus verschiedenen Quellen erfordert, gehört zur Diagnostik unter Umständen eine somatische Abklärung, um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen.
Diagnostische Kriterien nach ICD und DSM
Für die ADHS-Diagnose orientieren wir uns an den international anerkannten diagnostischen Kriterien der ICD und des DSM. Diese Klassifikationssysteme legen fest, welche Symptome in welcher Anzahl und Ausprägung vorliegen müssen, damit eine ADHS-Diagnostik gestellt werden darf. Der Ausschluss anderer Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen können, ist dabei ein fester Bestandteil jeder sorgfältigen Diagnostik. Nur so lässt sich vermeiden, dass Beschwerden vorschnell einer ADHS-Störung zugeschrieben werden, obwohl andere Ursachen zugrunde liegen.
Testung vs. Gutachten – ein wichtiger Unterschied
An dieser Stelle möchten wir auf eine häufige Verwechslung hinweisen: Die ADHS-Diagnostik, die wir in unserer Praxis anbieten, ist eine diagnostische Testung – kein Gutachten. Ein Gutachten wird in der Regel von Dritten, etwa Behörden oder Gerichten, in Auftrag gegeben.
Unser ADHS-Test hingegen dient direkt Ihnen: Er soll Ihnen und uns als approbierten Psychologischen Psychotherapeut:innen eine verlässliche Grundlage für die Diagnose ADHS liefern, auf deren Basis wir gemeinsam über die weitere Behandlung sprechen können.
ADHS-Testung für Kinder – kurz erwähnt
Auch wenn ADHS bei Erwachsenen im Zentrum unserer Praxis steht, führen wir ebenso Testungen im Kindesalter durch. Bei Kindern und jungen Patienten zeigen sich ADHS Symptome oft deutlicher: Aufmerksamkeitsdefizit und Impulsivität prägen dann häufig das Verhalten in der Klasse oder in der Familie. Die diagnostischen Grundprinzipien ähneln sich, werden jedoch altersgerecht angepasst, etwa durch die Einbindung von Eltern und Schule in die Fremdanamnese. Ergeben sich aus dem ADHS Test bei Kindern deutliche Probleme im Alltag, kann frühzeitig über eine begleitende Psychotherapie oder andere Behandlungen nachgedacht werden. So profitieren Kinder oft schon früh von passender Unterstützung.
Hochbegabung, Autismus und ADHS – Überschneidungen im Blick behalten
In unserer Praxis begegnen uns immer wieder Menschen, bei denen sich die neurodivergenten Themen Hochbegabung, ADHS und Autismus-Spektrum überschneiden (twice exceptional, 2e bzw. bei mehreren Überschneidungen: multi exceptional, ME, ). Manche Verhaltensweisen, die auf ADHS hindeuten, lassen sich auch durch Hochbegabung oder autistische Züge erklären – und umgekehrt. Die Zahlen zeigen, wie häufig diese Überschneidungen tatsächlich sind: Bei hochbegabten Schüler:innen liegt die ADHS-Prävalenz bei rund 4,7 bis 11,7 % und damit im Bereich der Allgemeinbevölkerung oder sogar leicht darüber – hohe Intelligenz schützt also nicht automatisch vor ADHS. Noch deutlicher wird die Überschneidung zwischen Autismus und ADHS: Eine Meta-Analyse von 56 Studien fand eine Lebenszeitprävalenz von ADHS bei autistischen Menschen von 40,2 % – die Kombination beider Diagnosen („AuDHS“, Rong et al., 2021) ist also alles andere als selten.
Ein sorgfältiger ADHS-Test ist daher eine sinnvolle und legitime Option innerhalb dieses gesamten Themenkomplexes der Neurodivergenz. Er hilft dabei, die tatsächlich vorliegende Diagnose ADHS von anderen Erklärungen abzugrenzen oder eine bereits gestellte Diagnose fundiert zu überprüfen. Auch eine Dyskalkulie oder Legasthenie oder eine Lese-Rechtschreibschwäche können komorbid, das heißt gleichzeitig, auftreten.
Kosten der ADHS-Diagnostik
Die Kosten für eine ADHS-Diagnostik variieren, je nach Umfang der Untersuchung und den eingesetzten Verfahren. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine ADHS-Diagnose in der Regel, insbesondere wenn ein begründeter Verdacht vorliegt. Wir beraten Sie gerne vorab, welche Möglichkeiten der Kostenübernahme für Sie zur Verfügung stehen.
Wer diagnostiziert ADHS?
Die Diagnose ADHS darf ausschließlich von qualifizierten Fachärzt:innen sowie approbierten Psychotherapeut:innen gestellt werden. In unserer Praxis übernehmen erfahrene Psychotherapeut:innen und Psycholog:innen die ADHS-Diagnostik und begleiten Sie kompetent durch den gesamten Prozess der Diagnostik.
Exkurs: ICD-10 vs. ICD-11 – zwei Klassifikationssysteme im Vergleich
In Deutschland gilt aktuell noch die ICD-10 als verbindliches Diagnosesystem, u. a. für die Abrechnung mit Krankenkassen. Die ICD-11 ist international bereits in Kraft, wird hierzulande aber voraussichtlich erst ab 2027 eingeführt. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede:
| Kriterium | ICD-10 (aktuell in Deutschland gültig) | ICD-11 (künftiger Standard) |
|---|---|---|
| Bezeichnung | „Hyperkinetische Störung" (F90) | „ADHS" (6A05) – eigenständiger, international etablierter Begriff |
| Fokus | Ursprünglich auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet | Erwachsenen-ADHS wird explizit berücksichtigt |
| Erste Anzeichen | Symptome müssen vor dem 7. Lebensjahr aufgetreten sein | Symptome müssen vor dem 12. Lebensjahr aufgetreten sein |
| Symptomatik | Auffälligkeiten in allen drei Bereichen (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität) müssen gleichzeitig vorliegen | Differenzierung nach Subtypen möglich (vorwiegend unaufmerksam, vorwiegend hyperaktiv-impulsiv, kombiniert) |
| Komorbidität mit Autismus | Doppeldiagnose ADHS und Autismus ist ausgeschlossen | Doppeldiagnose ADHS und Autismus ist möglich |
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Häufig gestellte Fragen zur ADHS Diagnostik
Wie läuft eine ADHS Diagnostik für Erwachsene konkret ab?

Wie lange dauert die ADHS-Diagnostik insgesamt?
ADHS Test erwachsene Frauen – gibt es Besonderheiten?
Wie spricht man ADHS bei Erwachsenen testen lassen an?
Was passiert nach der Diagnose ADHS?
Warum sollten sich Erwachsene mit ADHS professionell testen lassen?
Ist ADS dasselbe wie ADHS?
Quellen
Tran, M. H., Wiklund, J., Antshel, K., Jhawar, N., & Montgomery, C. (2025). Entrepreneurship and ADHD: A meta-analytical assessment of the state-of-the-art and suggestions for the future. Entrepreneurship Theory and Practice, 50(3), 789–829. https://doi.org/10.1177/10422587251392498
Stolte, M., Trindade-Pons, V., Vlaming, P., Jakobi, B., Franke, B., Kroesbergen, E. H., Baas, M., & Hoogman, M. (2022). Characterizing creative thinking and creative achievements in relation to symptoms of attention-deficit/hyperactivity disorder and autism spectrum disorder. Frontiers in Psychiatry, 13, Article 909202. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2022.909202
Rong, Y., Yang, C. J., Jin, Y., & Wang, Y. (2021). Prevalence of attention-deficit/hyperactivity disorder in individuals with autism spectrum disorder: A meta-analysis. Research in Autism Spectrum Disorders, 83, Article 101759. https://doi.org/10.1016/j.rasd.2021.101759
Rösler, M., Retz-Junginger, P., Retz, W., & Stieglitz, R.-D. (2008). Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene (HASE). Hogrefe.

